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Green wellness – ökologisch und gesund

Gerade wenn es um die Gesundheit geht, sollte „Öko“ besonders im Vordergrund stehen. Vor den Vorhang bittet Option dieses Mal Spas, bei denen man auf „hausgemacht“ setzt.

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Green wellness ist ein recht neuer Begriff der Nachhaltigkeit und Gesundheit verbindet. Dabei handelt es sich um mehr als nur einen Trend. Es geht hier um eine ganzheitliche Betrachtung von Wohlbefinden. Einige Wellness-Oasen zeigen das vorbildlich vor.

So steht besonders das Naturhotel Chesa Valisa in Vorarlberg für Nachhaltigkeit in allen Bereichen: 100 Prozent Bio (möglichst regional) in der Küche, Lehmwände statt Klimaanlagen, Fernwärme mit Hackschnitzel aus dem Kleinwalsertal – um nur drei der Öko-Pluspunkte zu nennen. Selbstverständlich zieht sich diese Linie auch in den Wellnessbereich, dessen solarbeheiztes Außenpool mit eigenem Quellwasser gespeist wird, gereinigt mit ionisierten Salzen.

Bei den Anwendungen kommen ausschließlich Naturkosmetikprodukte zum Einsatz – eben green wellness. Die Kräuterstempel werden jedoch aus eigener Sammlung im Haus zubereitet. Kräuterfee Marlene Paul ist dafür zuständig, sie begleitet die Gäste auch auf die donnerstäglichen Kräuterwanderungen, wo Wildkräuter gesammelt und Heilkräuter bestimmt werden. Chesa Valisa-Chefin Magdalena Kessler: „Einmal im Monat gibt es dazu einen Workshop. Das letzte Thema war die ‚Grüne Apotheke‘, wo die Teilnehmer ein Schmerzöl, einen Lippenpflegestift gegen Herpes sowie eine Wund- und Heilsalbe herstellten.“

Green wellness auf echt steirisch

Stark im Fokus steht das regionale Angebot auf der anderen Seite Österreichs, in der Heiltherme Bad Waltersdorf. „In den frühen 2000er Jahren galten Anwendungen aus China oder Indien plötzlich als die Antwort auf jedes gesundheitliche Problem“, erinnert sich Gerti Haas von der Gesundheitsoase des Hotels, „Unser eigenes Heilwissen war nahezu völlig in Vergessenheit geraten“. Also beschloss sie, gemeinsam mit einer Kollegin, sich wieder auf die heimische Tradition zu besinnen. Green wellness neu interpretiert. Ganz so, wie sie es von ihrer Großmutter gelernt hatte, die bei Fieber oder Wunden nicht in die Apotheke rannte sondern Essigpatscherl oder hausgemachte Ringelblumensalbe verordnete.

Das eigene Kräuterwissen hat Haas um eine TEM-Ausbildung (Traditionell Europäische Medizin) ergänzt und daraus TSM – Traditionell Steirische Medizin kreiert. „Seit 2006 bieten wir in der TSM-Gesundheitsoase der Heiltherme Bad Waltersdorf Anwendungen, die überliefertes Heilwissen mit modernen Erkenntnissen kombinieren. Sämtliche Behandlungen haben wir selbst entwickelt und dazu auch Studien nach wissenschaftlichen Kriterien durchgeführt, die ihre Wirksamkeit belegen“, sagt sie stolz. Die Rohstoffe für die green wellness werden nach Möglichkeit im hoteleigenen, garantiert naturbelassenen Garten oder draußen auf Wiesen oder in Wäldern von Mitarbeitern gesammelt und im Haus zu Ölen, Balsamen und Tinkturen verarbeitet.

Green wellness mit Zirbe

Im Gegensatz zur Oststeiermark mit ihrem milden Klima und ihren fruchtbaren Böden gedeiht es im alpinen Raum, zudem auf großen Höhen deutlich weniger üppig. Bäume und Kräuter wachsen hier nur sehr langsam, zeichnen sich allerdings durch ihre Robustheit aus. Bestes Beispiel dafür ist die Zirbe, die sich dem harschen Leben in den Bergen auf bis zu 2.500 Metern Seehöhe perfekt angepasst hat: Ihre armdicken Wurzeln verkeilen sich fest im Boden und halten jeder Witterung stand, nicht einmal Lawinen oder Hangrutschungen können ihr etwas anhaben. Erfreulicherweise kann der Mensch von dieser Widerstandskraft profitieren: Es ist erwiesen, dass durch das Einatmen der ätherischen Öle der Zirbe die Herzfrequenz signifikant reduziert wird – was das Allgemeinverbinden verbessert, sprich: den Organismus stärkt.

Hier kommt die Tonnerhütte im steirischen Naturpark Zirbitzkogel–Grebenzen ins Spiel, deren Herzstück im Green-Wellness-Bereich die beiden Zirbensaunen sind. „Wir bieten unseren Gästen zum einen das Brechlbad. Hier bedampfen wir Zirbenäste, die wir selbst auf der Alm sammeln, bei einer Temperatur von maximal 60 Grad. Das löst die ätherischen Öle und ist nicht gar so stressig wie eine richtig heiße Sauna“, sagt dazu Chefin Katharina Ferner, „Zum anderen haben wir eine entsprechend vertäfelte Zirben-Panorama-Sauna, wo zusätzlich in einem Duftturm Zirbenspäne bedampft werden“. Die Späne bezieht man von einer lokalen Tischlerei. Weiters bietet man in der Tonnerhütte Massagen mit Berg.Kraft-Produkten, die von kräuterkundigen Bäuerinnen des Vereins Murtaler Kräuterkessel gesammelt, schonend in der Sonne getrocknet und zu allerlei Ölen und Essenzen ohne jegliche Zusatzstoffe verarbeitet werden.

Bergheu und Brotteig

Ebenfalls auf der Höhe, wenngleich etwas tiefer, liegt das 1. Almwellnesshotel Tuffbad im kärntnerischen Lesachtal. Hier setzt man ganz stark auf Bergheu, Chef Egon Oberluggauer: „Wenn der Bauer früher Kreuzweh hatte, legte er sich in den Heuschober. Durch die Körperwärme lösten sich ätherische Öle aus dem Heu und die Muskelverspannungen wurden gelindert. Unser heutiger Kraxenofen funktioniert nach diesem Prinzip: Das Heu wird mit Dampf bestrahlt und bei 35 Grad Celsius spürt man schnell, wie sich Rücken und Schulterpartie entspannen“. Freilich ist es nicht irgendein Heu, dessen Öle verdampfen: „Wir verwenden Bergheu vom 2.000 Meter hoch gelegenen Riebenkobel oberhalb unseres Hauses. Es wächst nur langsam und kann daher nur jedes zweite Jahr gemäht werden, dafür ist es besonders artenreich, es besteht aus 120 verschiedenen Gräsern, Blüten und Kräutern, darunter zahlreiche besonders kräftige Heilpflanzen“, erklärt Oberluggauer.

Das Heu wird nicht nur in der Sauna verwendet sondern auch bei verschiedenen Massagen. Ein besonderer Entspannungstipp für green wellness ist das Brotbad, Oberluggauer: „Früher nutzte man die Abwärme des Backofens, um Patienten von Rheuma, bösen Gedanken und Sünden zu befreien. Unser modernes Brotbad ist ein Raum mit trockenen 35 Grad, die Luft ist angereichert mit Sauerteigenzymen, welche den Stoffwechsel anregen und für ordentliche Verdauung sorgen. Und wer weiß: Vielleicht vertreiben sie sogar wirklich die Sünden.“

Pfirsich für die Haut

Auf der Sonnenseite der Alpen, im vom Klima besonders verwöhnten Südtirol, liegt das Haus der Familie Theiner. Genauer gesagt im Etschtal, dem größten zusammenhängenden Obstbaugebiet Europas, wo Walter Theiner und seine Frau Myriam zu den Bio-Pionieren zählen.

Bereits Anfang 1980 stellte Walter den elterlichen Betrieb auf biologisch-dynamische Landwirtschaft um, 1985 gründete er die erste Genossenschaft zum Vertrieb von Bio-Obst in Südtirol. Vor 15 Jahren wurde das Geschaffene dann an die Kinder übergeben.
Weil die beiden ihre Erfahrungen weitergeben und auch im Tourismusbereich Bio etablieren wollten, bauten sie anschließend das Biohotel im ehemaligen Pfirsichgarten. „Bei uns ist alles Bio, auch im Spa-Bereich“, sagt Stefan Hütter, Schwiegersohn und Mit-Geschäftsführer, „Aber wir gehen noch einen Schritt weiter: Wir bieten Anwendungen mit rein lokalen Produkten, wo auch die Wertschöpfung in der Region bleibt.“

Da sind die Heupackungen von Wiesen auf rund 1.700 Metern Seehöhe aus dem Passeiertal, die mit ganz vielen Kräutern durchsetzt sind und nicht mit Mineraldünger gedüngt werden. Da ist die Schafwollmassage mit Wolle von Almweideschafen aus dem benachbarten, sehr ursprünglichen Ultental und da sind die Silberquarzit-Anwendungen mit Urgestein aus dem hintersten Pfitschtal. Im hoteleigenen Garten wachsen zudem die Kräuter für die Kräuterstempelmassagen, die aber auch in der Sauna beim Aufguss (sowie in der Küche) verwendet werden. Ebenfalls hausgemacht ist „Theiner’s Bio Vital Kosmetik“ – die Äpfel und Pfirsiche dafür kommen von der familieneigenen Bio-Landwirtschaft, der Naturkosmetikhersteller Kräuterschlössl aus dem Vinschgau produziert daraus Lotionen, Cremes, Shampoos etc. Die Kosmetik findet im Spa Anwendung. Green wellness rundum.

Green Wellness – Empfehlungen

Chesa Valisa, Kleinwalsertal
Als Mitglied der Bio Hotels in punkto Nachhaltigkeit über jeden Zweifel erhaben. Wellnessangebot: Drei unterschiedlich temperierte Saunen, ganzjährig beheiztes Außenpool, klassische Massagen und Anwendungen, Ayurveda. Regionale Wellness: Naturgarten, Massagen mit Kräuterstempeln, geführte Kräuterwanderungen.
www.naturhotel.at

Heiltherme, Bad Waltersdorf
Im Speziellen im Rahmen der Traditionell Steierischen Medizin angeboten werden Massagen mit Balsamen und Ölen sowie kosmetische Behandlungen auf der Basis von Kürbis, Kräutern, Apfel und Wiesen-/Heublumen. Je nach Jahreszeit steht ein Produkt im Mittelpunkt. Eine weitere nachhaltige Komponente im Haus: Das gesamte Thermengelände (inklusive Hotel) wird – Dank warmem Tiefenwasser und ausgeklügelter Technik – komplett emissionsfrei beheizt.
www.heiltherme.at

Tonnerhütte, Naturpark Zirbitzkogel-Grebenzen
„Nur das, was vor Ort wächst, funktioniert auch“ ist das Credo von Chefin Katharina Ferner. So ist es für sie logisch auf die Kraft der hier heimischen Zirbe ebenso zu setzen wie auf die heilsamen Kräuter lokaler Bäuerinnen. Neben den Saunen besonders beliebt sind in ihrem Wellnessbereich Massagen mit Zirbenstempel und hautverwöhnenden Honigprodukten. Erfreulich Nachricht: diesen Sommer wurde das Projekt Bio-Zertifizierung für die Küche gestartet.
www.tonnerhuette.at

Almwellness Tuffbad, Lesachtal
Zehn Saunen, darunter der Kraxenofen, das Brotbad oder das Steinbad, stehen im Mittelpunkt des Wellnessbereichs im 1200 Meter hoch gelegenen Hotel- und Chaletdorf. Das Wasser für sämtliche Saunen und Pools fließt aus der hauseigenen, offiziell heilkräftigen Quelle, es eignet sich auch für entschlackende Trinkkuren. Die jüngste Sauna wurde ausschließlich mit regionalen Hölzern (Zirbe und Erle) ausgestattet. Das Restaurant trägt die Grüne Haube und man ist Mitglied von Slow food travel.
www.almwellness.com

theiner’s garten, Etschtal/Südtirol
Kräuterstempelmassagen, Schafwollmassagen, Heupackungen, Silberquarzitanwendungen und Bergwacholderräucherungen sind die regionalen Komponenten im Naturspa. Darüber hinaus kommen in der Saune ätherische Öle eines lokalen Anbieters zum Einsatz, darunter etwa Fichten- oder Latschenöl aus den umliegenden Wäldern. Gäste mit hohem Anspruch an Nachhaltigkeit im Urlaub sind hier goldrichtig – Genuss, Erholung und Entspannung sind hier kompromisslos grün. Man spürt an allen Ecken und Enden, dass Familie Theiner keine Lippenbekenntnisse macht, sondern „Öko“ auch selbst lebt. Mitglied der Bio Hotels und Demeter zertifiziert. www.theinersgarten.it

Foto/Video: Shutterstock.

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Geschrieben von Anita Ericson

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