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Wirtschaft soll nicht nur Gewinne bringen. Sie soll auch dem Gemeinwohl dienen. „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen“, heißt es dazu in Artikel 14 des deutschen Grundgesetzes. 

Die meisten börsennotierten Unternehmen fühlen sich jedoch vor allem den Aktionär*innen verpflichtet. Die Manager erhalten Boni für die im jeweiligen Jahr oder Quartal erzielten Gewinne. Was langfristig aus dem Unternehmen und seinen Mitarbeiter*innen wird, interessiert sie daher weniger oder gar nicht. Was zählt ist der Shareholder Value, also der Mehrwert für die Anteilseigner*innen – oft auf Kosten von Lieferant*innen, Klima und Umwelt. Die Folgen ihres Wirtschaftens für unsere natürlichen Lebensgrundlagen, Klima und künftige Generationen spielen kaum eine Rolle. Folgekosten wie die durch die Klimakrise verursachten Schäden an Gesundheit, Infrastruktur, Artenvielfalt etc. fließen nicht in die Preise der Produkte ein. Sie werden externalisiert, also anderen, meist der Allgemeinheit, den Steuerzahler*innen und nachfolgenden Generationen überlassen.

Sozialunternehmen gehen einen anderen Weg

Sozialunternehmer versuchen, einen anderen Weg zu gehen: Auch sie wollen Gewinne erwirtschaften, achten dabei aber auch auf die sozialen und ökologischen Folgen ihres Wirtschaftens – hierzulande und in den Ländern, aus denen sie ihre Rohstoffe beziehen. Viele von ihnen haben sich im Social Entrepreneurship Netzwerk Deutschland SEND e.V. zusammengeschlossen.

Unternehmen, die sich selbst gehören

Andere gehen noch einen Schritt weiter und stellen sicher, dass das Unternehmen nicht zur Profitmaximierung für Einzelner an Investoren verkauft werden kann. Die Firma gehört sich selbst. Mitarbeiter*innen und/oder eine Stiftung haben das letzte Wort über die Zukunft des Unternehmens. Sind Gehälter und andere Kosten bezahlt, bleibt der  verbleibende Gewinn im Unternehmen. Die Idee ist nicht neu. Bosch gehört einer Stiftung. Die Mehrheit am Medienkonzern Bertelsmann hält ebenfalls die (wegen ihrer wirtschaftsliberalen Ausrichtung umstrittene) Bertelsmann-Stiftung

Inzwischen gehören auch zahlreiche erfolgreiche Startups sich selbst und /oder einer Stiftung wie der Purpose-Stiftung, zum Beispiel einhorn, Hersteller nachhaltiger, umweltverträglicher Kondome, die Suchmaschine ecosia, die von ihren gewinnen Bäume pflanzt oder die Crowdfunding-Plattform Startnext. Mehr zu diesem Thema findet ihr auf den Seiten der Stiftung Verantwortungseigentum.

Und was macht das jetzt mit uns? Wir entscheiden, bei wem wir welche Produkte kaufen und bei wem wir uns um eine Stelle bewerben. 

Podcast, der jede Woche eine*n Sozialunternehmer*in vorstellt: geilmontag

Lesen:

Waldemar Zeiler (Mitbegründer von einhorn): “Unfuck the economy”

Maja Göpel: “Unsere Welt neu denken”

Robert B. Fishman

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Geschrieben von Robert B. Fishman

freier Autor, Journalist, Reporter (Radio und Printmedien), Fotograf, Workshop-Trainer, Moderator und Reiseleiter

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