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Österreichs Naturkosmetik

Mit allen Links: Option hat mit 14 Herstellern von Naturkosmetik Österreichs gesprochen.

Naturkosmetik aus Österreich
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Weil es nicht egal ist, was man sich auf sein größtes Organ schmiert, und weil Regionales boomt, greifen immer mehr Menschen zu Naturkosmetik aus Österreich. Und die zeigt sich ziemlich innovativ.

Wir schmieren, cremen, peelen und schmieren wieder. Und das quasi in einer Dauerschleife. 95 Prozent der Frauen und 75 Prozent der Männer haben täglich Kontakt mit Kosmetik. Nicht überall, wo Schönmacher drauf steht, ist allerdings auch einer drin. Gar nicht so selten kommt es sogar zu allergischen Reaktionen. 56,7 Prozent der Frauen und 33,6 Prozent der Männer haben schon mindestens einmal mit Pusteln, Jucken & Co. auf ein Kosmetikprodukt reagiert. Man sollte also dadrauf schauen, womit man sein größtes Organ so konfrontiert. Schließlich ist die menschliche Haut ca. zwei Quadratmeter groß und absorbiert fast alles 1:1, was man auf ihr anwendet.

Wer irgendwann kaum mehr etwas verträgt, landet gern bei Jure Lešnik. Der ist Hersteller von Naturkosmetik aus Österreich und sagt: „Im Grunde sollte man mit Kosmetik wie mit Lebensmittel umgehen, sie werden vom Körper auf sehr ähnliche Art und Weise absorbiert und verarbeitet“. Hinter Lešniks Label ERUi steckt Pflege für sensible Menschen, ganz ohne synthetische Zusatzstoffe oder Konservierungsmittel. Verpackt werden die Produkte in biologisch abbaubaren Holzboxen.

Einen ähnlichen Ansatz lebt auch Martin Saahs vom Nikolaihof, Österreichs ältestem Weingut mit 2000-jähriger Geschichte. „Kosmetik ist Nahrung für die Haut“, stellt er fest, und sagt, dass über die Jahre viel wertvolles Wissen über die Wirkstoffe aus unserer Natur vergessen und die Rohstoffe durch synthetische Mittel ersetzt wurden. Selbst hat er mit dieNikolai die erste Demeter-zertifizierte Traubenkosmetik weltweit entwickelt und tut genau das Gegenteil: Aus der Traubenmaische, dem Trester, gewinnt er die Traubenkerne, die anschließend zu an Antioxidantien-reichem Traubenkernöl verarbeitet werden, auf dem die Produkte basieren. Aber auch die Traubenschale ist ihm wichtig, denn die darin enthaltenen Polyphenole bekämpfen schädliche freie Radikale und sollen ein äußerst wirksames Mittel gegen Hautkrebs sein.

Vom Waldsterben zur Naturkosmetik

Den Tiroler Martin Sanoll könnte man auch das heimische Urgestein in Sachen Naturkosmetik Österreichs nennen. Schon in den 1970ern beschäftigen ihn das Waldsterben, die Umweltverschmutzung und der Einsatz umweltschädlicher Chemikalien. Die Ziegen auf dem Biobauernhof der Eltern waren schließlich die Inspiration zur Herstellung der ersten Kosmetikprodukte, die er 1996 analog zur Lebensmittel-Bioverordnung in Österreich zertifizieren ließ. Müde ist er auch nach 38 Jahren noch nicht. Nur manchmal gelangweilt. Etwa dann „wenn man mit der Naturkosmetik einfach die konventionelle Kosmetik nachahmt und die alten Werbeversprechen mit neuen Biowirkstoffen wiederholt.“ Selbst ist er nach wie vor innovativ, verwendet etwa für die Pflegeprodukte keine Emulgatoren. „Die sind aus unserer Sicht zu sehr dem natürlichen Ursprung entfremdet. Cremen ohne sind ergiebiger und unterstützen die natürlichen Regulationsmechanismen. Das spart Verpackung und Ressourcen.“

Oft ist es wie bei ihm die eigene Geschichte, die dazu führt, in Österreichs Naturkosmetik-Branche einzusteigen. Bei Matthias und Carina Koller war es die Neurodermitis-Erkrankung ihres Sohnes, aus der ihre „Almkosmetik“ entstand. Die vereint alpine Pflanzenwirkstoffe mit medizinischem Know How. Allergiker profitieren: „Wir verarbeiten beispielsweise gern Hydrolate, da diese viele positive Eigenschaften aufweisen, zugleich aber milder sind als ätherische Öle“, sagt Koller.

Lydia Grassmayr führte die eigene empfindliche Haut zu ihren Vive Ölen. Warum das? Weil sie kein Produkt fand, das ohne die lästige, reizende, Basis einer Creme auskam. Und nein, ihre Öle kleben dank hocheffizienter Rezepturen – abgestimmt auf den jeweiligen Hauttyp – auch nicht. „Man kann sich gleich anziehen oder Make-up auftragen.“

Die Tirolerin Silvia Lubi-Ostermeier wiederum hatte die schweren, pappigen Cremes satt, die alles andere als alltagstauglich sind: „Ich wollte Produkte schaffen, wann immer möglich bio und vegan, zeitgemäß – also auch von leichter Konsistenz und rasch einziehend, absolut transparent und mit wenigen, qualitativ hochwertigen Inhaltsstoffen. Das Ergebnis ist Pure Skinity by Nature. „Minimalismus als Luxus“ ist ihr Konzept. Bio, vegan und heimische Zutaten.

Das ist auch die Prämisse von Andrea Seebacher. In ihre Achtsam Kosmetik setzt sie auf traditionelles heimisches Wissen und das aus dem Labor. Was bedeutet Achtsamkeit für sie? „Jeden Lieferanten persönlich zu kennen, die Umstände unter denen die Rohstoffe produziert werden, und sich klar zu sein, mit welchem Einsatz so hochwertige Rohstoffe erzeugt werden.“

Ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe kommen in die Kosmetikprodukte von „Schau auf di“ von Michael Friedl und Christopher Robl. Im Waldviertel stellen die Beiden seit 2016 handgerührte, zertifizierte BIO-Kosmetik in höchster Qualität her. Die Gründer: „Im Einklang mit der Natur wird hier Nachhaltigkeit gelebt. Neben den Schau auf di-Produkten, produzieren wird auch zwei Produkte unter der Kinder-Linie Schau auf mi: duftendes Duschbad und pflegender Zauberbalsam.“

Die natürliche Kreislaufwirtschaft bei Österreichs Naturkosmetik

Besondere Pioniere in der Naturkosmetik sind auch Mario und Shanna Mirnig. Sie tun etwas, das ihnen vermutlich kein Unternehmensberater empfehlen würde. Sie kreieren ihre Sevie-Pflegeprodukte nicht nach ökonomischen Kriterien. „Wir möchten, dass man so lange wie möglich mit einem Tiegel auskommt, um jeden Konsumenten in seiner persönlichen Nachhaltigkeit und Umweltschutz zu unterstützen – durch seinen Konsum!“, sagt Mario Mirnig. Dass alles von Hand produziert wird, vegan ist, und es neuerdings ein Pfand-System für die Glas-Gebinde gibt, ist da nur konsequent.
Dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft verpflichtet sehen sich auch andere.

Beispielsweise vielö, eine Kosmetiklinie auf Molkenbasis. „Wir arbeiten bewusst nach einem Regionalitätsprinzip, weil wir denken, dass es schlichtweg unnötig ist, Produkte um die halbe Welt zu fliegen bevor sie im Regal landen“, sagt Co-Founder Christian Pauzenberger. Warum gerade Molke? Die kann sich dank der enthaltenen Milchsäure, die die gleiche Struktur wie die im Körper gebildete hat, positiv auf den Säureschutzmantel der Haut auswirken.

Verpöntes Greenwashing

„Eine Absage an die Konsumententäuschung vieler großer Marken“: Das ist die Idee hinter Pure Green. „Sie entstand in einem Freundeskreis, der es einfach satt hatte, laufend nur mit Green-washing oder aber minderwertigen oder überteuerten Produkten konfrontiert zu sein“, sagt Geschäftsführer Werner Murr. Inzwischen setzt er auf reinste Bergquellwasser aus den Ötztaler Alpen und produziert ausschließlich selbst entwickelte und produzierte Naturkosmetik: „Das macht sonst kaum jemand“, sagt er. „Viele geben sich so aus, sind aber eigentlich Händler mit einer kleinen Schaumanufaktur, oder Anhängsel einer großen Chemiefabrik.“

Wie sehen die heimischen Hersteller Zertifizierungen? Die sind eine gute Sache, da ist man sich einig, man darf sie aber auch kritisch sehen. „Gerade die weit verbreiteten Naturkosmetiksiegel privater Verbände, wo oftmals die Konzerne dahinterstehen und sich mittels schöner Siegel eigene Qualitätskriterien geben und diese toll vermarkten“, bringt es Vielö-Founder Pauzenberger auf den Punkt. Und der ahnt auch, wohin die Naturkosmetik-Reise geht: „Immer mehr Menschen werden ihre Körperpflegeprodukte und deren Inhaltsstoffe kritisch hinterfragen. Das wird auch die Industrie generell zwingen, sich zu ändern, denn am Ende des Tages sind es immer die Konsumenten, die die Entwicklung maßgeblich beeinflussen und eine Richtung vorgeben. Also jeder Einkauf ist relevant und hat eine große Auswirkung darauf, wie, wo und was produziert wird.“

NATURKOSMETIK ÖSTERREICH – alle LINKS

Culumnatura: Bei Culumnatura in Ernstbrunn (NÖ) werden nicht nur Naturfriseure ausgebildet, sondern auch hochwertige Naturkosmetik hergestellt. www.culumnatura.com/de/

Herbanima: Herbanima ist die ebenso großartige Österreich-Naturkosmetik-Linie des Naturfriseurs Haarmonie. www.haarmonie-naturfrisoer.at/

Schau auf di: Michael Friedl und Christopher Robl stellen handgerührte, zertifizierte BIO-Kosmetik her, ausschließlich aus natürlichen Inhaltsstoffen.
www.schauaufdi.net

ERUi Organic sustainable cosmetics: Jure Lešnik produziert Bio-zertifizierte Naturkosmetik, die auch für empfindliche Haut geeignet ist, ohne synthetische Zusatzstoffe und Konservierungsmittel. erui-cosmetics.com

Sanoll: Das Familienunternehmen von Martin Sanoll ist seit 38 Jahren auf dem Markt und punktet immer noch mit Innovationen. Beispielsweise verwendet man keine Emulgatoren, kein Glycerin etc. sanoll.at

Sevie Skincare: Shanna und Mario Mirnig kreieren seit 2012 all ihre Pflegeprodukte in erster Linie nach Gesichtspunkten der natürlichen Kreislaufwirtschaft. sevie.at

Nadeos: Silvia Reichebner stellt seit 2017 Deocremen ohne Aluminium oder Konservierungsstoffe her, die zu über 56 Prozent aus Fetten wie Bio Shea Butter, Kakaobutter oder Kokosöl bestehen. www.nadeos.com

Vive Öle: Lydia Grassmayr setzt auf Öl-basierte hoch effiziente, auf Hauttypen abgestimmte Rezepturen. Die Öle ziehen sofort ein und kleben nicht, Zusätze gibt es nicht. vive-oele.com

Die Nikolai: Marti Saahs produziert die erste Demeter-zertifizierte auf Traubenöl basierende Traubenkosmetik weltweit. Die bio-dynamischen Rohstoffe kommen aus den eigenen Weingärten. www.dienikolai.at

Pure Skinity: Silvia Lubi-Ostermeyer kreiert seit 2018 Pflegeprodukte in Bioqualität mit möglichst wenigen, hochwertigen, aufeinander abgestimmten Inhaltsstoffen in wirksamer Konzentration. www.pureskinity.at

Vielö: Christian Pauzenberger und Alexander Daspersgruber haben 2018 die erste biozertfizierte und nachhalteige Haut- und Körperpflegelinie auf Molkebasis auf den Markt gebracht. www.vieloe.com

Achtsam Kosmetik: Andrea Seebacher verarbeitet ausschließlich heimische, vegane und biozertifizierte Rohstoffe zu Kosmetikprodukten und füllt sie im Violett-Glas ab. www.achtsam-kosmetik.at

Pure Green: Werner Murr produziert ausschließlich selbst entwickelte und produzierte Naturkosmetik und setzt auf reinstes Bergquellwasser aus den Ötztaler Alpen. www.puregreen.at

Almkosmetik: Matthias und Carina Koller kreieren seit 2015 wirksame Naturkosmetik, die tradiertes Wissen um alpine Pflanzenwirkstoffe mit medizinischem Know-how vereint. www.almkosmetik.at

Übrigens gilt es zu unterscheiden zwischen Bio-Kosmetik und Naturkosmetik.

Die besten Naturkosmetik-Produkte, gesammelt und bewertet von der Option-Community, findest du hier.

Foto/Video: Shutterstock.

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Geschrieben von Alexandra Binder

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