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MAN Steyr: Attac fordert Umbau zu sozial-ökologischer Produktion


Die Belegschaft von MAN-Steyr hat heute mit großer Mehrheit von knapp 64 Prozent dagegen gestimmt, dass der Investor Siegfried Wolf das Werk übernimmt. Unter Androhung der Schließung und Verlagerung des Werks nach Polen hätte die Belegschaft des profitablen Werkes zu verheerenden Kürzungen gezwungen werden sollen. Attac kritisiert die unfairen Verhandlungspraktiken und den Druck der Investoren und zeigt sich solidarisch mit den Arbeiter*innen.

Klimakrise macht Rückbau der Autoproduktion unausweichlich

Für die Zukunft des Werkes fordert Attac eine grundlegende sozial-ökologische Neuausrichtung statt klimaschädlicher Profitmaximierung. Es sei völlig offensichtlich, dass wir einen geordneten Rückbau von Teilen der Autoproduktion benötigen, damit wir die Klimakrise bewältigen können. Die Werke in Steyr könnten mittelfristig Produkte für eine nachhaltige Mobilität herstellen – etwa Züge und Straßenbahnen (1). Dafür sollte eine zukunftsgerichtete Industriepolitik die Rahmenbedingungen schaffen – zum Beispiel durch öffentliche Aufträge.

Ein Standort mit Kreativität, Know-how und historisch breiter Produktpalette

Die Belegschaft in Steyr hat das Know-how bei diesem sozial-ökologischen Umbau eine führende Rolle einzunehmen. Historisch haben den Standort Steyr immer die Kreativität der Konstrukteure, die hohe Qualifikation der Beschäftigten und eine breite Produktpalette ausgezeichnet.

Die Attac Regionalgruppe Steyr diskutiert in einer mehrteiligen Veranstaltungsreihe anhand historischer Beispiele, wie der sozial-ökologische Umbau der Industrie selbstbestimmt und von Arbeiter*innen angeführt vonstattengehen kann. Die nächste Veranstaltung mit der Industriepolitik-Expertin Julia Eder und dem Zeitzeugen Pit Wuhrer findet am 15. April 2021 statt.

Erwin Kargl von der Attac-Regionalgruppe Steyr erklärt dazu: „Aus meiner Sicht passiert gerade eine Opfer-Täter-Umkehr: Die Mitarbeiter*innen werden nicht nur mit der Angst um den eigenen Arbeitsplatz unter Druck gesetzt, sondern auch dadurch, Schuld zu sein, falls es nicht weitergehen sollte. Wann wird endlich wieder Politik für Menschen und nicht für kurzfristige Profite gemacht? Wir brauchen eine Politik, die soziale und ökologisch zukunftsfähige Lösungen fördert.“

(1) Das forderten kürzlich auch Expert*innen verschiedener Universitäten.

Quelle

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