Faires Gold
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Faires Gold gegen Kinderarbeit

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Das Geschäftslokal in der Wiener Spiegelgasse 5 ist nicht wie andere: Schon wer die Schmuckwerkstatt Skrein betreten will, muss aus Sicherheitsgründen erst läuten. Im Inneren dann empfängt einem die bedächtige Ruhe eines Gotteshauses. Beinahe ehrfurchtsvoll, mit gedämpfter Stimme wird hier gesprochen. „Wenn das Gold redet, dann schweigt die Welt“, lautet ein altes lateinisches Sprichwort. Nun gesellt sich neuer, gesellschaftspolitischer Respekt hinzu: Der ganze kunstvoll gefertigte Schmuck, das alles hier ist „Faires Gold“. Goldschmied Alexander Skrein ist drauf und dran seine Branche umzukrempeln, um langfristig den brutalen Missständen in den Goldminen der Welt einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Faires Gold aus altem Schmuck

„Unser Ziel ist es ausschließlich Recycling-Gold zu verwenden. Was wir nicht aus Recycling kaufen können, besorgen wir als Fairtrade-Gold“, erklärt Skrein seine Absicht. Bereits heute erreicht die Wiener Goldschmiede einen Recycling-Anteil von zehn Prozent und ermöglicht ihren Kunden bei jedem Luxus ein reines Gewissen bei gleichem Preis. Doch das persönliche Anliegen Skreins geht viel weiter: Mit dem „fairen Gold“ will er zündender Impuls für eine regelrechte Kettenreaktion sein. Ist erst einmal der Druck des Konsumenten da, muss auch der Mitbewerb auf den Zug aufspringen. In weiterer Folge bleibt dann auch Lieferanten und Goldminen nur noch ein Weg: mehr „Faires Gold“ und humanen Bedingungen für Minenarbeiter.

Faires Gold vs. Kinder als Grubenarbeiter

Schauplatz-Wechsel: In einem erdigen Loch in Tansania gräbt der 13-jährige Emmanuel mit einer schweren Spitzhacke nach dem glänzenden Edelmetall. Kinder leisten hier Schwerstarbeit unter beklemmenden Bedingungen. Der Bub berichtet auch von dem simplen, aber gefährlichen Verfahren, um das Gold aus dem Erz zu lösen – unter Anwendung von Quecksilber: „Die Dämpfe machen schwindlig. Wenn das Quecksilber in deinen Mund kommt, kannst du sterben.“ Faires Gold ist das nicht. 

Die Menschenrechts-Organisation Human Rights Watch hat 2013 elf dieser Minenstandorte in den Distrikten Geita, Shinyanga und Mbeya besucht und befragte mehr als 200 Personen, darunter 61 Kinder, die im Kleingoldbergbau arbeiten. „In Tansania gibt es, zumindest auf dem Papier, strenge Gesetze, die Kinderarbeit im Bergbau verbieten, doch die Regierung hat bisher viel zu wenig für deren Durchsetzung getan“, so Janine Morna, Research Fellow in der Abteilung Kinderrechte von Human Rights Watch. „Arbeitsinspektoren müssen Minen mit und ohne Schürflizenz regelmäßig kontrollieren und dafür sorgen, dass gegen Arbeitgeber, die Kinder beschäftigen, Sanktionen verhängt werden.“ Fairtrade könnte hier Abhilfe schaffen. (Hier auch die Infos dazu von Fairtrade)

Die Problematik des Goldschürfens ist aber nicht auf Entwicklungsländer beschränkt, auch innerhalb der EU lassen sich fragwürdige Praktiken ausmachen: Das rumänische Goldminen-Projekt Rosia Montana sah den Abbau unter Einsatz giftigen Cyanids vor – unter anderem mit verheerenden Folgen für die Umwelt. Erst der Druck der Öffentlichkeit führte zur Absage durch die Regierung. Inzwischen wird auch wegen Korruptionsverdacht ermittelt.

Skrein: „Die Zustände in Goldminen sind zu ändern. Dazu müssen wir dem Konsumenten und der Branche erzählen, wie es dort zugeht. Je mehr davon berichten, desto mehr Konsumenten werden den Schmuck, den sie als Symbol ihr Leben lang tragen, nicht mehr durch Kinderarbeit belastet haben wollen“.

Weitere Infos findest Du hier zu nachhaltigem Konsum und Fairtrade.

Foto/Video: Shutterstock.

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